Wann aus Spiel Druck wird: Grenzen setzen, Hilfe finden

Glücksspiel kostet Geld. Es ist Unterhaltung, die Sie bezahlen, und kein Weg zu einem Einkommen. Diese Seite hilft Ihnen, die eigene Grenze zu erkennen, bevor Sie einzahlen, und zeigt, wohin Sie sich in Deutschland wenden können, wenn sie verschwimmt.
Wer Hilfe sucht, erreicht „Check dein Spiel“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter 0800 1 37 27 00. Die Beratung ist kostenlos und anonym. Einen Selbsttest gibt es online unter check-dein-spiel.de.

Sieben Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten

Kein einzelnes Zeichen beweist ein Problem, mehrere zusammen sind aber ein Grund, innezuhalten:

  • Sie spielen länger oder mit höheren Einsätzen, als Sie sich vorgenommen hatten.
  • Sie zahlen ein zweites Mal ein, um einen Verlust auszugleichen.
  • Sie spielen, um Stress, Ärger oder Einsamkeit auszuweichen.
  • Sie verschweigen Ihr Spielen vor Familie oder Freunden.
  • Geld, das für Miete, Rechnungen oder Lebensmittel gedacht war, landet im Spiel.
  • Sie denken im Alltag fast nur noch an das nächste Spiel.
  • Sie werden unruhig oder gereizt, wenn Sie pausieren sollen.

Treffen zwei oder mehr dieser Punkte zu, ist ein Gespräch mit einer Beratungsstelle sinnvoll. Es verpflichtet Sie zu nichts.

Das Budget zuerst: eine Rechnung in drei Schritten

Eine Grenze wirkt nur, wenn sie vor dem ersten Spiel feststeht. So gehen Sie vor:

  1. Rechnen Sie aus, was nach Miete, Rechnungen, Rücklagen und Alltag im Monat übrig bleibt.
  2. Legen Sie davon höchstens einen kleinen Teil fest. Nehmen wir an, es sind 50 €. Dieser Betrag ist Ihr Spielbudget und kein Startkapital, das Sie vermehren wollen.
  3. Teilen Sie das Budget auf Sitzungen auf. Bei vier Sitzungen bleiben 12,50 € pro Sitzung.

Ist das Budget aufgebraucht, ist Schluss, bis der nächste Monat beginnt. Zahlen Sie nicht nach, auch nicht „nur dieses eine Mal“.

Wenn ein Bonus Tempo macht

Ein Bonus kann das Spielverhalten verändern. Nehmen wir das Willkommenspaket: Die Mindesteinzahlung beträgt üblicherweise 20 €. Der Bonus bei 125 % beträgt also 25 €. Der Umsatz liegt in der Regel beim 30-Fachen des Bonusbetrags, hier bei 750 €. Hinzu kommt eine Gültigkeit von üblicherweise 10 Tagen. Der Höchsteinsatz liegt in der Regel bei 5 € pro Spin.
Wer 750 € Umsatz in 10 Tagen schaffen will, spielt oft mehr und länger als geplant. Prüfen Sie deshalb vor der Annahme eines Bonus, ob der nötige Umsatz in Ihr Budget passt. Ist er größer als der Betrag, den Sie einsetzen wollten, verzichten Sie auf den Bonus. Der Verzicht ist die sichere Entscheidung, wenn die Zahlen Sie unter Druck setzen.

Werkzeuge im Spielerkonto

Das Casino bietet in der Regel Werkzeuge, mit denen Sie Ihr Spielen begrenzen können. Dazu zählen:

  • ein Einzahlungslimit im Konto, das Sie vor dem ersten Einsatz festlegen,
  • ein Selbstausschluss für einen festgelegten Zeitraum,
  • ein Selbsttest, mit dem Sie Ihr Spielverhalten einschätzen.

Setzen Sie das Limit niedriger als Ihr Budget aus der Rechnung oben. Dann ist es kein Hindernis, sondern ein Sicherheitsnetz für den Moment, in dem Sie nicht mehr klar entscheiden.
Ein Selbstausschluss ist ein ernster Schritt. Wählen Sie den Zeitraum so, dass er Sie wirklich entlastet, und versuchen Sie in dieser Zeit nicht, bei anderen Anbietern weiterzuspielen.

Mindestalter: warum 18 die Untergrenze ist

Spielen ist ab 18 Jahren erlaubt. In Deutschland gilt das auch als Grenze der Volljährigkeit nach § 2 BGB. Wer jünger ist, spielt nicht. Wenn Minderjährige Zugang zu Ihrem Computer oder Smartphone haben, schützen Sie Ihr Konto mit einem eigenen Passwort und lassen Sie Zugangsdaten nicht in Browsern gespeichert, die andere nutzen.

Wenn Sie aufhören möchten: die ersten Tage

Der Entschluss ist der schwerste Teil. In den ersten Tagen helfen diese Schritte:

  • Nutzen Sie den Selbstausschluss, wenn er im Konto vorgesehen ist, bevor der Impuls kommt.
  • Löschen Sie gespeicherte Zahlungsdaten im Browser.
  • Sprechen Sie mit einer Person, der Sie vertrauen, über Ihren Entschluss.
  • Rufen Sie „Check dein Spiel“ an, wenn der Wunsch zu spielen stark wird.
  • Legen Sie sich für die freie Zeit eine Beschäftigung zurecht.

Rückfälle gehören zu diesem Weg und bedeuten nicht, dass Sie gescheitert sind. Wichtig ist, dass Sie danach wieder Hilfe suchen.

Zeit und Geld gemeinsam begrenzen

Das Geldbudget ist nur die halbe Rechnung, denn auch die Zeit zählt. Legen Sie auch fest, wie lange eine Sitzung dauern darf. Nehmen wir 30 Minuten: Bei vier Sitzungen im Monat sind das zwei Stunden, und bei 12,50 € pro Sitzung sind es 25 € pro Stunde. So schnell kann das Budget schmelzen, wenn Sie nichts gewinnen. Läuft die Zeit ab, bevor das Budget verbraucht ist, hören Sie trotzdem auf.
Eine einfache Prüffrage vor jeder Einzahlung lautet: Würde ich diesen Betrag auch einzahlen, wenn es keinen Bonus gäbe? Lautet die Antwort Nein, bestimmt der Bonus Ihre Entscheidung und nicht Ihr Budget. Wer mit anderen im Haushalt lebt, trennt das Spielbudget zusätzlich vom gemeinsamen Haushaltsgeld.

Einsatz und Gewinn trennen

Entscheiden Sie vor jeder Sitzung, ab welchem Betrag Sie aufhören, wenn es gut läuft. Setzen Sie zum Beispiel bei 12,50 € Sitzungsbudget fest, dass Sie bei einem Gewinn von 25 € Schluss machen und das Geld nicht erneut einsetzen. Gewinne sind kein Startkapital für die nächste Runde.